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Heft 198, Dezember 2002

Kalenderblatt

Der am 12. November vor 100 Jahren geborene Budapester Konditormeister József Bajtay (†26.4.1988) komponierte seit 1924 und veröffentlichte weit über 1000 Probleme in allen Gattungen, mit Schwerpunkt bei den Hilfsmatts. Er gehörte zwar nicht zur ersten Garde der berühmten ungarischen Komponistengeneration aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, war aber mit zahlreichen Teilnahmen an ungarischen und internationalen Kompositionstumieren vielseitig aktiv und um 1970 herum auch Mitarbeiter der ungarischen Problemzeitschrift Feladványkedvelök Lapja.
Am 2. Dezember 1902 verstarb in Brünn der Dichter, Schriftsteller und Problemkomponist Heinrich Landesmann (*9.8.1821), der meist unter dem Pseudonym Hieronymus Lorm publizierte und bereits in jungen Jahren durch Erblindung und Gehörverlust den Kontakt zur Umwelt nur eingeschränkt aufrechterhalten konnte.
Auch der am 21. Dezember 1902 geborene André Marceil starb am 17.5.1969 nach jahrzehntelanger Krankheit. "Thémes 64" schrieb im Nachruf, dass Problemschach während dieser Zeit sein Lebensinhalt war. Obwohl er selbst kaum komponierte, beeinflusste er durch immense Publikationstätigkeit zwei Generationen französischer Problemisten - mehrere hundert Artikel in verschiedenen, überwiegend französischsprachigen Organen gehen auf ihn zurück, außerdem war er einige Jahre Redakteur der Problemzeitschrift "Le Probléme".
Babson ist in aller Munde, ein ganz aktuelles Thema der letzten Jahre. Umso erstaunlicher mag erscheinen, dass sich der Geburtstag seines "Erfinders" schon zum 150. Mal jährt. Joseph Ney Babson (26.12.1852-20.12.1929) veröffentlichte 1871 seine erste Aufgabe, komponierte insgesamt etwa 400 Probleme. Er besaß ein großes Show-Talent, das er kräftig einsetzte, als er 1881/82 für kurze Zeit Problemredakteur des angesehenen "Chess Monthly" war und die Spalte (nach A. C. White's Worten) wie ein Zirkusdirektor führte. Exotische Bedingungsaufgaben, denen er individuelle Namen zuordnete, waren seine Spezialität, so etwa ein "Obelisk" genanntes direktes Matt in 1220 Zügen, in dessen Lösung Schwarz drei aufeinanderfolgende vollständige Rösselsprünge produzieren musste, oder der "Koloss", ein #1900 auf einem 10x10-Brett mit 27 schwarzen Bauern - das James Rayner (der Onkel von T. R. Dawson) dann in 1896 Zügen kochte. Diese wilde Zeit war wohl vorüber, als Babson 1913 dadurch etwas für seine Unsterblichkeit tat, dass er den nach ihm benannten Task vorschlug, an dessen Realisierung im direkten Matt die Komponisten sich noch 70 Jahre lang die Zähne ausbeißen sollten, bis Alexander Jarosch 1983 schließlich zeigen konnte, dass er darstellbar ist (FIDE-Album 1983-85, Nrn. 430, 441). (Lösung des s#3: 1.b8S! h1D 2.a8D D:h7/D:g2 3.De4+ D:e4#, 1.- h1T 2.h8T Th7 3.T:h7 Sc2#, 1.- h1L 2.a8L L:g2 3.L:g2 Sc2#, 1.- h1S 2.g8S Sg3 3.Df5+ S:f5#. Aus heutiger Sicht bleiben hier natürlich noch einige Wünsche offen - insbesondere ist unbefriedigend, dass die wUmwandlungen von drei verschiedenen Bauern erfolgen.) Joseph Ney Babson
Pittsburgh Gazette Times 1913
s#3








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